Von Ulrike Dörner
Die schönsten Geschichten schreibt ja bekanntermaßen das Leben selbst. Genauer gesagt: das 48-Stunden-Leben. Für das Ausstellungs-Quiz „Neuköllner Gesichter“ wird händeringend eine Schneiderpuppe gesucht, die eine Uniform tragen soll. Schneiderpuppen liegen nun mal nicht gerade auf der Strasse herum, aber manchmal stehen sie in fremden Treppenhäusern und schauen aus dem Fenster. Man könnte denken, sie würden auf einen warten. In diesem Fall steht das Objekt der Begierde im Treppenhaus des Gebäudes, welches das Kulturamt Neukölln und das Volkstheater „Heimathafen“ beheimatet. Die gestresste Redakteurin versucht ihr Glück zuerst im Kulturamt. „Gehört euch diese Puppe in eurem Treppenhaus?“ Kopfschütteln. „Nein, uns gehört sie nicht. Die gehört bestimmt zum Heimathafen!“ Ein Stockwerk höher, die gleiche Frage. Auch das Team vom Heimathafen hat mit der Puppe nichts zutun. „Aber frag doch mal oben im Studio nach, da tagt gerade die Volkshochschule. Vielleicht haben die sie mitgebracht.“ Auch die Damen von der Volkshochschule, die gerade ein Seminar abhalten, können die Frage nur verneinen. Wieder zurück zum Heimathafen. „Na dann nimm die Puppe doch einfach mit und bring sie nach der Ausstellung wieder zurück. Gesagt – getan. Stolz trägt die erfolgreiche Requisiteurin die Puppe die Treppe hinunter. Da kommt ein Mann aus der Küche vom Cafe Rix: „Was machst du denn mit meiner Puppe?“ „Wie, deine Puppe?“ „Ja, die habe ich vor Jahren aus Istanbul mitgebracht.“ Die eingeschüchterte Redakteurin: „Würdest du sie uns denn für eine Ausstellung innerhalb 48-Stunden-Neukölln ausleihen?“ Da lacht der nette Mann: „Ich heiße übrigens Bernd und ich leihe sie euch gerne aus.“
Wie heißt es so schön: Dem Redaktör ist nichts zu schwör!























Wenn die Puppe aus Istanbul sei, dann die Frau Döner bestimmt auch daher!
Diesen Kommentar verstehen wir leider nicht. Soll das ein Witz sein? Dann verstehen wir dessen Pointe nicht!
Das 48 Stunden Team