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Luxus Neukölln - Das neue Festivalthema

Menschliche Existenz im Spannungsfeld von Entbehrung und Fülle

Die 48 Stunden Neukölln sind ein breitenwirksames Kunstereignis, das jeweils an einem Juniwochenende zahlreiche Kulturschaffende, auswärtige Kunstinteressierte und AnwohnerInnen in einen intensiven Austausch bringt.

2011 schaffen die 48 Stunden Neukölln mit dem Themenschwerpunkt „Luxus Neukölln“ einen Rahmen, mit künstlerischen Mitteln sowohl die lokalen als auch die globalen Aspekte des gesellschaftlichen Wandels zu erforschen.

Worin bestehen die Herausforderungen unserer Zeit? Wie definieren unterschiedliche Menschen den Begriff „Lebensqualität“? Gibt es einen Wandel hinsichtlich der Wertvorstellungen? Welche Rolle spielt die Kunst im Hinblick auf gesellschaftliche Prozesse? Ist Kunst Luxus?

KünstlerInnen aller Sparten sind dazu aufgerufen, sich vom nächstjährigen Motto inspirieren zu lassen und die verschiedenen Aspekte der Thematik zu beleuchten. Damit steht auch die 13. Ausgabe der 48 Stunden Neukölln wieder deutlich im Kontext gesellschaftlicher Prozesse und das Festival wird einmal mehr zum Spiegel für das, was Menschen bewegt.
Sie können sich ab sofort Anmelden.

Anmeldeschluß in diesem Jahr ist der 28.02.2011.

Wir freuen uns auf tolle Projekte!!

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Der Rat für die Künste ruft auf

Rat der Künste

Der Rat für die Künste ruft auf:

Berliner KünstlerInnen bewerbt Euch für die große „Leistungsschau”!

Unterstützt Klaus Wowereit – Regierender Bürgermeister und Kultursenator – in seinen Bemühungen zu erkennen, dass Berlin eine Stadt der KünstlerInnen ist! Ja zur KünstlerInnenzählung in Berlin! Verlängerung der Fristen für das Einreichen der Unterlagen!

Die Mitglieder des Rates für die Künste – dem Zusammenschluss der Berliner Kulturinstitutionen – werden über ihre Verteiler, Adressenlisten und in ihren Institutionen den Vorschlag von Klaus Wowereit verbreiten und alle Berliner KünstlerInnen dazu aufrufen, sich an der großen Künstlerzählung zu beteiligen! Zugleich wird die Senatsverwaltung für Kultur aufgefordert gemeinsam mit den Einwohnermeldeämtern alle in Berlin wohnenden KünstlerInnen anzuschreiben und über die große „Leistungsschau“ zu informieren. Um zu gewährleisten, dass auch wirklich jede/r Berliner KünstlerInnen sich bewerben kann, fordert der Rat für die Künste, dass die Fristen für das Einreichen der Unterlagen weit über den 17.12.2010 hinaus verlängert werden!

Auch der Rat für die Künste möchte endlich den Beleg haben, dass Berlin eine Stadt der KünstlerInnen ist! Schon lange wartet die Stadt auf einen solchen qualifizierten, professionellen und intelligenten Vorschlag, um die künstlerische Vielfalt und den kulturellen Reichtum der Stadt zu präsentieren und zu vermitteln! Am 26. Oktober 2011 hatte der Regierende Bürgermeister erklärt: „Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ruft Berliner Künstlerinnen und Künstler zu einer umfassenden Bestandsaufnahme ihrer künstlerischen Produktion auf. Künstlerinnen und Künstler, die ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt in der deutschen Hauptstadt haben, werden gebeten, Portfolios einzureichen, die ihre künstlerische Arbeit dokumentieren.“

Unter www.kulturprojekte-berlin.de/projekte/artists-open-call/artists-open-call ist der Aufruf von Klaus Wowereit veröffentlicht. Beteiligt Euch!
Sprecher/in des Rats für die Künste: Leonie Baumann, Kay Wuschek

Zum Rat für die Künste: www.rat-fuer-die-kuenste.de

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Top-Thema: Kulturelle Integration

Alle reden über Integration. Wir auch.

Uns interessiert dabei natürlich vor allem, welchen Beitrag die Kultur in diesem Kontext leisten kann. Deshalb haben wir uns entschieden, Kulturschaffende mit Migrationshintergrund zum Thema „Kulturelle Integration“ zu befragen. Die Gespräche sollen auch dazu dienen, die einzelnen kulturellen Einrichtungen, ihre Arbeit und ihre Intentionen besser kennen zu lernen.

Wir hoffen, auf diese Weise verschiedene Perspektiven zum Thema zusammen zu tragen. Pauschalisierungen und Polarisierungen sind wenig hilfreich. Was wir brauchen ist eine differenzierte Betrachtung. Voraussetzung dafür ist der Dialog mit den Akteuren. Aber was verstehen Zuwanderer überhaupt unter Integration? Was erwarten sie von der „neuen Heimat“ und was sind sie selbst bereit einzubringen?

Wir hoffen, dass uns die Gespräche mit VertreterInnen inter/kultureller Initiativen und Vereine im Kiez hierzu neue Einsichten bescheren.

Übrigens hat diese Gesprächsreihe nichts mit einem Mann zu tun, dessen Name zurzeit in aller Munde ist. Das erste Interview haben wir bereits Mitte August geführt. Damit unser Thema nicht ins Sommerloch fällt, haben wir uns mit der Veröffentlichung etwas Zeit gelassen.

Wir freuen uns über Ihr/Euer Interesse und auf viele anregende Kommentare.

Das 48 Stunden Team

Unsere Artikelserie:

1. Wir geben den Afrikanern eine Stimme

2. Wo griechischer Honig fließt

3. Am Rande der Gesellschaft lebt es sich angenehm

4. Frühstück ist immer Deutschland

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Wir geben den Afrikanern eine Stimme

mit Robin Anne Bah und Saidu Bah
von A-U Headquarter Berlin – Afrikanische Literatur, Kleidung & Kunst

Saidu Bah Robin Anne Bah

Das Interview führten Ulrike Dörner und Michaela Kirschning vom 48-Stunden-Team des Kulturnetzwerk Neukölln e.V.

Das A-U Headquarter ist ein internationaler Treffpunkt, ein Ort, an dem diskutiert wird, Kooperationen entstehen, ein Ort, an dem Lesungen, Filmvorführungen, Theateraufführungen und Ausstellungen von afrikanischen AutorInnen, FilmemacherInnen und KünstlerInnen stattfinden. Ins Leben gerufen wurde dieser Ort der Begegnung von Büchern und Menschen im November 2007, von Saidu und Robin Anne Bah, einer afrikanisch-deutschen Partnerschaft. Der Laden befindet sich in Nord-Neukölln an der Karl-Marx-Straße, mitten in der afrikanischen Community und gleichzeitig auch am Rande des neuen Künstler- und Studentenviertels.

Afrika ist ein großer Kontinent mit vielen unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Die afrikanische Community in Neukölln ist dementsprechend kein einheitliches Gebilde. Spielt das innerhalb der Community eine Rolle oder verstehen sich die verschiedenen Gruppen in erster Linie als Afrikaner?

Robin Bah: Ich denke, es gibt schon große Unterschiede, erstmal zwischen anglophonen und frankophonen. Unter Westafrikanern gibt es bestimmte Verbindungen untereinander, aber dieser Ort hier versucht gerade, alle zusammen zu bringen. Kneipen, Diskotheken und Restaurants sind eher getrennt nach nationalen und ethnischen Gruppen. Dort geht es um die Spezialitäten einzelner Länder. Das betrifft in der Regel auch die kulturellen Aktivitäten.

Es war also schon so gedacht, dass das A-U Headquarter die verschiedenen Nationalitäten zusammenbringt?

Robin Bah: Ja, deshalb haben wir den Laden auch A-U Headquarter (A-U steht für African Union) genannt, um die Leute zu animieren, und deutlich zu machen: jeder ist herzlich willkommen, jeder Afrikaner, aber auch jeder andere. Und es ist auch so, dass Leute aus verschiedenen Ländern herkommen. Wir hatten eine Diskussionsgruppe, da waren Afrikaner aus allen Ländern vertreten, anglophone sowie frankophone und das war sehr spannend. Mein Mann und ich wir sprechen beide englisch und französisch und das ist sehr hilfreich.

Was war die ursprüngliche Absicht das A-U Headquarter zu gründen?

Robin Bah: Das waren vor allem die Bücher. Autoren aus allen afrikanischen Ländern sind hier mit ihrer Literatur zu finden und sie sprechen für sich. Sie geben den Afrikanern eine Stimme, wo sonst meistens über Afrikaner gesprochen wird.

In einem Bezirk mit Menschen aus über 165 Nationen kann man nur friedlich miteinander leben, wenn man ein gewisses Maß an Toleranz mitbringt. Das funktioniert ja im Großen und Ganzen ganz gut. Aber genügt das auch, um sich in der “zweiten Heimat” angenommen zu fühlen?

Robin Bah:Ich denke, dass sich die Afrikaner in Neukölln schon angenommen fühlen. In Neukölln und in Wedding. Hier gibt es ja eine große afrikanische Community und das Verhältnis zu den umliegenden Türken ist sehr gut im Unterschied etwa zu Kreuzberg.

Im Zusammenhang mit Neukölln spielt der Begriff “Integration” in den Medien zurzeit eine zentrale Rolle. Was versteht Ihr denn unter Integration und welche Rolle spielt dabei die Kultur?

Robin Bah: Integration verstehe ich, als ehemalige Flüchtlingsberaterin und jetzt Sprachrohr für verschiedene Menschen, als ein Geben und Nehmen von Kulturen. Das heißt, die Leute, die herkommen und die schon hier sind geben etwas rein in den großen Topf und dann sieht man, was brauchbar ist. Menschen aus anderen Ländern empfinden bei den Deutschen durchaus auch Defizite, wo sie von anderen Kulturen lernen könnten. Aber das Interesse ist ja auch da. Zu uns kommen viele Deutsche und andere Europäer, um sich über Afrika zu informieren und viele sind Fans von afrikanischer Literatur. Insofern denke ich, dass der Begriff “Integration” in den Medien oft falsch benutzt wird. Man tut so, als wäre Deutschland der Nabel der Welt und wir würden alles richtig machen und die anderen müssten auf unsere Stufe kommen.

Habt Ihr das Gefühl, dass der afrikanischen Kultur mittlerweile mit mehr Respekt begegnet wird?

Robin Bah:Ja, auf jeden Fall. Man merkt es an den Publikationen über Afrika. Wenn man vergleicht, was früher veröffentlicht wurde und was zurzeit veröffentlicht wird. Da hat sich viel verändert, wobei auch einiges verschleiert wird. Es gibt jetzt eine neue Bewegung, die besagt, das Afrikabild muss verändert werden. Da muss man genau hinsehen, was da für Mechanismen wirken. Ob da wirklich ein neues Bild zu erkennen ist.

Kurze Unterbrechung des Interviews. Saidu Bah, Inhaber des A-U Headquarter kommt dazu und beteiligt sich an dem Gespräch.

Saidu Bah: Ich möchte wissen, warum alle über Afrika reden wollen. Ich sehe keine Anstrengungen von deutscher Seite, sich in Afrika wirklich zu engagieren.

Wir reden hier jetzt nicht über Afrika. Wir kommen aus dem kulturellen Bereich und uns interessiert, wie Einwanderer aus Afrika sich in Neukölln fühlen, ob sie sich respektiert fühlen.

Saidu Bah: Sie fühlen sich so wie jeder Fremde. Als Fremder, egal ob du aus Indien, Afrika oder sonst woher kommst bist du eingeschränkt in deinen Möglichkeiten. Menschen die studiert haben, arbeiten in der Gastronomie oder als Reinigungskräfte, hoffen vergeblich, dass sie irgendwann einen besseren Job bekommen.

Sicher gibt es da viele Probleme. Viele Einwanderer haben ihre Heimat nicht verlassen, weil sie wollten, sondern aus existenziellen Gründen. Was uns vor allem interessiert ist die Frage, was helfen kann, sich ein Stück weit heimischer zu fühlen, auch wenn das Mutterland die eigentliche Heimat bleibt. Was können wir zusammen tun, um hier friedlich miteinander zu leben?

Saidu Bah:Wenn man sich umschaut auf der Welt – die Perspektiven für schwarze Einwanderer sind sehr schlecht in Deutschland. Sie bekommen keine Chance. Es gibt kein Gesetz, das die Beschäftigung von schwarzen Einwandern fördert. Wenn Ihr Afrika helfen wollt: Wir haben viele Intellektuelle, die Bücher schreiben, die wir hier verkaufen. Mir würde es helfen, wenn man mich unterstützen würde, das hier aufzubauen. Aber dann heißt es: Der Mann braucht Geld. Natürlich brauche ich auch Geld. Ich muss mir was zu essen kaufen können. Aber mit dem Laden möchte ich vor allem etwas entwickeln, das den weißen Menschen einen neuen Blick auf Afrika ermöglicht. Wenn die Menschen an Afrika denken, dann denken sie vor allem an Hunger. Die Menschen in Afrika können lesen und schreiben. Wir schlafen nicht in den Bäumen. In den Büchern afrikanischer Autoren findet sich Unglaubliches.

Dann ist also Euer Hauptanliegen, das Afrikabild zu verändern, indem Ihr Menschen mit afrikanischer Literatur in Berührung bringt?

Saidu Bah:Ja. Und die Treffen für Afrikaner zu organisieren, um sich auszutauschen. Jeder bringt eigene Standpunkte ein. Kunden, die reinkommen sind überrascht über die Vielzahl afrikanischer Autoren. Aber leider gibt es in diesem Land keine Unterstützung für Menschen, die so was aufziehen, die sich engagieren. Man muss die Bücher kaufen, die Ladenmiete bezahlen.
Ich sage euch, was ich mir wünsche: Ich wünsche mir Geld, um das hier zu einem kulturellen Zentrum weiter zu entwickeln. Aber im Augenblick kämpfen wir um das Überleben des Projekts.

Robin Bah:Wir haben schon drei Kündigungen bekommen.

Saidu Bah: Die Miete ist zu teuer, obwohl sie günstig ist, können wir sie uns nicht mehr leisten.

Ihr würdet Euch also eine finanzielle Förderung wünschen?

Robin Bah:Wir haben ohne viel Kapital angefangen und mussten einen Kredit aufnehmen. Eine Förderung würde uns helfen, dass wir einfach mal ohne Schulden sind, um dann aus eigener Kraft weiter zu machen. Diese Chance finde ich wichtig, weil solche Orte der Begegnung selten sind. Wir engagieren uns auch andernorts. Gerade haben wir mitgeholfen bei der Einrichtung des “ersten afrikanischen Leseraums” in Berlin im Afrika-Medien-Zentrum in Wedding. Das Besondere am A-U Headquarter ist, dass wir beide das hier zusammen machen, in Form einer afrikanisch-deutschen Partnerschaft und das dadurch alle integriert sind, sowohl Deutsche als auch Afrikaner und eben alle Afrikaner. Viele wenden sich an uns, um Informationen zu bekommen. Wir hatten auch mal eine Ausstellung von einem südafrikanischen Künstler hier, eine Künstlerin mit marokkanischem Hintergrund hat hier ein Projekt verwirklicht. Wir veranstalten Lesungen. Das ist alles möglich und gewollt. Das Projekt ist gut angelaufen, aber letztlich brauchen wir Geld.

Die 48 STUNDEN NEUKÖLLN sind ein Festival, dass unter anderem den Raum dafür schaffen will, dass sich Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen begegnen und austauschen können. Wie habt Ihr persönlich das Festival in letzten Jahren erlebt? Habt Ihr das Gefühl, dass das Festival neue Leute herbringt?

Robin Bah: Im letzten Jahr haben wir einen Film gezeigt, der war klasse und wir waren auch ziemlich gut besucht. Es war ein Film, den ein afrikanischer Flüchtling gemacht hat und das Interesse war ausgesprochen groß. Die Leute kamen noch nachts hier rein und haben sich informiert. Dieses Jahr war nicht so viel los, aber wir haben auch nicht so viel Energie gehabt, das zu lancieren. Vielleicht hat es daran gelegen. Generell kommen die meisten Leute über Mundpropaganda zu uns. Die öffentliche Wahrnehmung ist gar nicht so das Problem. Der Laden würde sich selbst tragen, wenn wir nicht die Schulden hätten. Jetzt haben wir durch die Neuregelung, dass das QM bei Anträgen ab Tausend Euro eine Ausschreibung machen muss, ein großes Projekt verloren. Wir haben einen Film über Afro-Deutsche im Kiez machen wollen, mit einem Afrikaner, der Filmemacher ist und auch hier im Kiez wohnt und dann haben zwei Europäerinnen die schon auf der Berlinale waren, das Projekt bekommen. Bei der Vergabe wurde mal wieder nicht berücksichtigt, dass die Afrikaner selbst sprechen wollen. Es ist doch was ganz anderes, wenn ein Afrikaner einen Film über Afrikaner macht. Der hat doch eine ganz andere Perspektive. Ja, schade.

Da wären wir dann wieder beim Ausgangspunkt. Euch geht es darum, dass andere Kulturen für sich selbst sprechen und dass man miteinander ins Gespräch kommt?

Robin Bah: Das ist richtig. Ich möchte aber auch noch mal darauf hinweisen, dass viele Menschen so um Papiere kämpfen müssen, sich in so prekären Lebenssituationen befinden und wirklich nicht das Gefühl haben, sie wären hier erwünscht. Wie kann man von Menschen, die so hart ums Überleben kämpfen müssen, erwarten, dass sie kooperieren und sich integrieren?

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch und drücken die Daumen, dass es mit dem A-U Headquarter weiter geht.

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Neukölln ist zu klein

Von Matthias Krüger

Nachdem Neukölln letztes Jahr ein wenig kleiner geworden ist:

durch Leerstand und/oder Entleerung

von Traditionsläden wie dem Blauen Affen oder dem Ambrosius

www.blaueraffe.de

durch die (so wörtlich Berliner Zeitung) «Deportation von Alkoholkonsumenten vom Rathausvorplatz an den Stadtrand…

andererseits durch das Szenenmäandern der Mittiboys und-girls aber

- ich zweifle hier am eigenen diplomatischen Vokabular: größer – wurde, auch die Zwischennutzungskonzepte – gerät mir umzugshalber wieder ein gerahmtes Gedicht eines 9-jährigen in die Hände, das aus einer Initiative der Reuterplatz-Kinder mir in die Hände fiel und treffender nicht sein könnte.

Solche und 48er Initiativen machen Neukölln größer, und das Achtelfinale Neukölln gegen Kreuzkölln am 26. Juni werden wir auch gewinnen.

Im Anhang auch Ihre Aufenthaltsgenehmigung.

Sollten sich Kollegen illegal im Bezirk aufhalten, bin ich gerne bereit kulant zu verfahren.

Mit diplomatischen Grüßen,

Matthias Krüger

www.neukoellner-botschaft.de

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„Ich sehe was, was du nicht siehst“

Ich sehe was, was du nicht siehst, Foto: Andrea Behrendt

von Andrea Behrendt

SchülerInnen der Neuköllner Albert-Schweizer-Oberschule trafen im Rahmen des Projektes „Ich sehe was, was du nicht siehst“ auf fünf Neuköllner Höfe, die sie mit den Künstlerinnen und Medienpädoginnen der Globalen Medienwerkstatt e. V., Andrea Behrendt und Luise Schöpflin, erforschen und daraus künstlerische Ideen entwickeln und umsetzen konnten. Zu den fünf ausgewählten Höfen zählten der Werrablock, die Idealpassage, der Hinterhof der Schinkstr.8-9, die Rollbergsiedlung und der Hof der Karl-Marx-Str. 204-206. Dort wurden einige der dort lebenden KünstlerInnen besucht. Diese öffneten ihre Türen für die 14 Neuköllner SchülerInnen und zeigten die unterschiedliche Facetten ihrer künstlerischen Arbeit.

Die Schüler ließen sich von den vielfältigen Eindrücken inspirieren. Am ersten Tag des mehr als einwöchigen Projektes wurden alle Höfe per Pedes abgelaufen. Danach wurden je nach den Interessen der Schüler kleine Gruppen gebildet, die zusammen zu den einzelnen Plätzen künstlerische Ideen entwickelten. Was gibt es dort zu dokumentieren? Wie möchten wir vorgehen und welche Materialien werden dafür benötigt? Wie können die einzelnen Arbeiten ausgestellt werden? Verschiedenste Ideen für die Höfe kamen zusammen und wurden gebündelt. Das Tüfteln konnte beginnen ….Die Kleingruppen arbeiteten intensiv an ihren Ideen. Zuvor hatten sie schon kurze Einführungen in unterschiedliche Medien wie Video, Foto und Audio erhalten, die sie nun durch weitere Übungen ausbauen konnten.

Es entstanden fünf Projektarbeiten mit unterschiedlichen Medien. Mit der Videokamera, dem Audiogerät und der Fotokamera zogen die Jugendlichen am einzigen sonnigen Tag der Projektwoche durch „ihre“ Höfe, um mit spannenden Menschen und Räumen in Kontakt zu treten.

von Duygu Erdal

Ich fand die Projekt-Woche toll. Wir hatten die Freiheit, unsere Kreativität so zu gestalten, wie wir das wollten. Wir hatten diesmal die Chance, ohne eine Einweisung ganz selbständig zu arbeiten. Ich mag es sehr, zu fotografieren, aber mit so einem professionellen Fotoapparat hatte ich das noch nie gemacht. Diese Erfahrung war sehr interessant.

Am meisten habe ich mich gefreut, als die Fotos am Ende so „professionell“ (zumindest für mich) aussahen. Da habe ich auch gemerkt, dass die ganze Arbeit nicht umsonst war und am Ende etwas Vernünftiges rauskam.
Gruppenfoto, Foto: Andrea Behrendt

Projekt wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung von:

Berliner Projektfonds
Stiftung Pfefferwerk

Ein Dank für die Unterstützung geht an Luise Schöpflin und Andrea Behrendt.

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KLAUS! LEBT! IDEAL!

von BRAND

Mai 2010. Das Wetter ist stürmisch. Die Temperaturen bewegen sich nach wie vor nahe am Gefrierpunkt. Berlin. IDEAL-Passage. Wir sichten Möglichkeiten der Gestaltung für unsere Aktion. Die Höfe scheinen im Moment vor allem ein Durchgangsort zu sein – im wahrsten Sinne des Wortes eine Passage von einer Straße zur anderen beziehungsweise zwischen Wohnung und Straße. Ob das nur an den kalten Temperaturen liegt? Wie ist es hier zu leben? Während des Festivals wollen wir die IDEAL-Passage zur Oase machen, die zum Verweilen einlädt. Bisherige Kontakte zu Anwohnern, Genossenschaft und Hausmeister waren sehr positiv und kooperativ, so soll es weitergehen!

Für die weitere Planung ziehen wir uns ins warme BRAND-Büro zurück und diskutieren Ideen und Informationen, die wir bislang gesammelt haben.

Die IDEAL-Passage ist mit dem Ziel gebaut worden, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern. Früher waren die Höfe belebter als heute, es gab z.B. einen eigenen Bäcker und wir haben von Kinovorstellungen in einer der Wohnungen gehört. Möglicherweise war der Zusammenhalt innerhalb des Wohnkomplexes größer als heute? Vielleicht war es damals eher eine Situation, die mit heutigen Hausprojekten vergleichbar ist?

Uns interessiert die Spanne zwischen historischer Utopie und der heutigen Situation. Wie war die historische Situation genau, stimmen unsere Mutmaßungen? Gibt es heute ein Bewusstsein der Anwohner dafür, in einer Genossenschaft zu leben?

Die Feldforschung geht weiter. Interviews und Fragen an die Anwohner werden vorbereitet. Seit Beginn unserer Arbeit begleiten uns Diskussionen um die Möglichkeiten, utopisches Wohnen darzustellen bzw. erfahrbar zu machen. Diese Frage wird uns vermutlich bis zum Festival begleiten und den Besuchern einige Überraschungen in der IDEAL-Passage bescheren.

Weitere Informationen: www.brandschrift.de

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