Veranstalter

Wichtige Partner

Medienpartner

„Ich sehe was, was du nicht siehst“

Ich sehe was, was du nicht siehst, Foto: Andrea Behrendt

von Andrea Behrendt

SchülerInnen der Neuköllner Albert-Schweizer-Oberschule trafen im Rahmen des Projektes „Ich sehe was, was du nicht siehst“ auf fünf Neuköllner Höfe, die sie mit den Künstlerinnen und Medienpädoginnen der Globalen Medienwerkstatt e. V., Andrea Behrendt und Luise Schöpflin, erforschen und daraus künstlerische Ideen entwickeln und umsetzen konnten. Zu den fünf ausgewählten Höfen zählten der Werrablock, die Idealpassage, der Hinterhof der Schinkstr.8-9, die Rollbergsiedlung und der Hof der Karl-Marx-Str. 204-206. Dort wurden einige der dort lebenden KünstlerInnen besucht. Diese öffneten ihre Türen für die 14 Neuköllner SchülerInnen und zeigten die unterschiedliche Facetten ihrer künstlerischen Arbeit.

Die Schüler ließen sich von den vielfältigen Eindrücken inspirieren. Am ersten Tag des mehr als einwöchigen Projektes wurden alle Höfe per Pedes abgelaufen. Danach wurden je nach den Interessen der Schüler kleine Gruppen gebildet, die zusammen zu den einzelnen Plätzen künstlerische Ideen entwickelten. Was gibt es dort zu dokumentieren? Wie möchten wir vorgehen und welche Materialien werden dafür benötigt? Wie können die einzelnen Arbeiten ausgestellt werden? Verschiedenste Ideen für die Höfe kamen zusammen und wurden gebündelt. Das Tüfteln konnte beginnen ….Die Kleingruppen arbeiteten intensiv an ihren Ideen. Zuvor hatten sie schon kurze Einführungen in unterschiedliche Medien wie Video, Foto und Audio erhalten, die sie nun durch weitere Übungen ausbauen konnten.

Es entstanden fünf Projektarbeiten mit unterschiedlichen Medien. Mit der Videokamera, dem Audiogerät und der Fotokamera zogen die Jugendlichen am einzigen sonnigen Tag der Projektwoche durch „ihre“ Höfe, um mit spannenden Menschen und Räumen in Kontakt zu treten.

von Duygu Erdal

Ich fand die Projekt-Woche toll. Wir hatten die Freiheit, unsere Kreativität so zu gestalten, wie wir das wollten. Wir hatten diesmal die Chance, ohne eine Einweisung ganz selbständig zu arbeiten. Ich mag es sehr, zu fotografieren, aber mit so einem professionellen Fotoapparat hatte ich das noch nie gemacht. Diese Erfahrung war sehr interessant.

Am meisten habe ich mich gefreut, als die Fotos am Ende so „professionell“ (zumindest für mich) aussahen. Da habe ich auch gemerkt, dass die ganze Arbeit nicht umsonst war und am Ende etwas Vernünftiges rauskam.
Gruppenfoto, Foto: Andrea Behrendt

Projekt wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung von:

Berliner Projektfonds
Stiftung Pfefferwerk

Ein Dank für die Unterstützung geht an Luise Schöpflin und Andrea Behrendt.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

KLAUS! LEBT! IDEAL!

von BRAND

Mai 2010. Das Wetter ist stürmisch. Die Temperaturen bewegen sich nach wie vor nahe am Gefrierpunkt. Berlin. IDEAL-Passage. Wir sichten Möglichkeiten der Gestaltung für unsere Aktion. Die Höfe scheinen im Moment vor allem ein Durchgangsort zu sein – im wahrsten Sinne des Wortes eine Passage von einer Straße zur anderen beziehungsweise zwischen Wohnung und Straße. Ob das nur an den kalten Temperaturen liegt? Wie ist es hier zu leben? Während des Festivals wollen wir die IDEAL-Passage zur Oase machen, die zum Verweilen einlädt. Bisherige Kontakte zu Anwohnern, Genossenschaft und Hausmeister waren sehr positiv und kooperativ, so soll es weitergehen!

Für die weitere Planung ziehen wir uns ins warme BRAND-Büro zurück und diskutieren Ideen und Informationen, die wir bislang gesammelt haben.

Die IDEAL-Passage ist mit dem Ziel gebaut worden, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern. Früher waren die Höfe belebter als heute, es gab z.B. einen eigenen Bäcker und wir haben von Kinovorstellungen in einer der Wohnungen gehört. Möglicherweise war der Zusammenhalt innerhalb des Wohnkomplexes größer als heute? Vielleicht war es damals eher eine Situation, die mit heutigen Hausprojekten vergleichbar ist?

Uns interessiert die Spanne zwischen historischer Utopie und der heutigen Situation. Wie war die historische Situation genau, stimmen unsere Mutmaßungen? Gibt es heute ein Bewusstsein der Anwohner dafür, in einer Genossenschaft zu leben?

Die Feldforschung geht weiter. Interviews und Fragen an die Anwohner werden vorbereitet. Seit Beginn unserer Arbeit begleiten uns Diskussionen um die Möglichkeiten, utopisches Wohnen darzustellen bzw. erfahrbar zu machen. Diese Frage wird uns vermutlich bis zum Festival begleiten und den Besuchern einige Überraschungen in der IDEAL-Passage bescheren.

Weitere Informationen: www.brandschrift.de

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

Komplex 650

von Dr. Martin Steffens

Rixdorf-Neukölln wird am 26. Juni 2010  650 Jahre alt. Ein Grund für Berlin-Neukölln und seine internationalen Besucher zu feiern, nachzudenken und Bilanz zu ziehen. Im Rahmen einer breit angelegten Imagekampagne wurde die bevölkerungsreiche Gemeinde 1912 zum ungemein großstädtisch und wohlhabend klingenden Neukölln umbenannt. Beteiligt waren die Stadtverordneten und Kaiser Wilhelm II. Doch die Verbesserung des Rufs war nicht von langer Dauer – inzwischen möchte so mancher Neuköllner längst wieder Rixdofer sein…

Und damit sind wir bereits mitten im Thema der diesjährigen 48 Stunden Neukölln, die unter dem Leitmotiv Erinnern. Vergessen. Bewahren. Verlieren stehen. Ausgehend vom historischen Datum der Ersterwähnung im Jahr 1360, werden sich zahlreiche Künstler besonders dem Thema Erinnerung widmen. Was wollen wir lieber vergessen, an was hätten wir uns gerne erinnert oder an was erinnern wir uns gerne? Wo liegen unsere Wurzeln und kulturellen Bezugsrahmen? Wie geht eine inzwischen mehrheitlich vor dem Hintergrund nichtdeutscher Traditionen sozialisierte Bevölkerung mit der fremden bzw. eigenen Geschichte um? Fiktion und historische Analysen gehen dabei mit theoretischen und psychologischen Erklärungsmodellen einher.

650 Jahre Rixdorf-Neukölln

Höhepunkte des Festivals, zu dem voraussichtlich wieder mehr als 250 Veranstaltungsorte über 500 kulturelle und künstlerische Aktionen anbieten werden, ist eine Doppelausstellung im Alten Museum Neuköllns. Das (Heimat)Museum Neukölln zieht zum Mai 2010 auf den Gutshof Britz um. Das leerstehende, selbst von vergangenen Erinnerungen an das Erinnern auratisch erfüllte Gebäude, wird als Ort von zwei großen Ausstellungen und zahlreichen Begleitveranstaltungen zu erleben sein. Urban Memories umfasst dabei Positionen internationaler Künstler, die sich vor dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte mit dem Prozess des Erinnerns beschäftigen. Hier wird besonderer Wert auf die Beteiligung von Menschen (Anwohnern, Schülern, Vertreter spezieller Zielgruppen) an Entstehungsprozessen von Kunst gelegt. Die Ausstellung Horizonte versammelt dagegen primär Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Fotografien und Installationen.

Einen weiteren Höhepunkt bildet die Performance-Reihe 650° auf der Karl-Marx-Straße. Der öffentliche Raum wird hier von Tänzern und Performern erobert, die den belebten Straßenalltag und die abgeschiedenen Idyllen der Hofräume neu interpretieren.

Einen großen Stellenwert haben im Festival auch die Stadtführungen, die das 650.Jubiläum Neuköllns zum Anlass nehmen, unterschiedliche Lebenswelten der Gegenwart und historische Aspekte der Stadtgeschichte zu beleuchten und erfahrbar zu machen. Gerade die Brüche sind es, die die Konstante in der Neuköllner Historie ausmachen und die in unseren Neukölln Safaris eingehend erkundet werden können.

Ein neuer Ort wird in diesem Jahr mit dem Flugfeld des Tempelhofer Flughafens zur Verfügung stehen. Die weite Ebene wird vor allem KünstlerInnen ansprechen, die sich mit Bewegung und raumgreifenden Kunstformen auseinandersetzen.

Insgesamt werden Aspekte des Erinnerns und Vergessens von zentraler Bedeutung sein. So etwa in einem Theaterstück über Demenz oder in Bezügen auf die Lokalgeschichte, sie reichen von komplexen künstlerischen Verarbeitungsprozessen bis hin zur visionären Erinnerung an die Zukunft.

Neukölln wird sich bereitwillig entdecken und erobern lassen. Viele private und öffentliche Orte laden neugierige Besucher ein, in die Kunst- und Lebensrealität des sich stetig neu erfindenden Stadtteils einzutauchen. In Nord-Neukölln bietet sich die wohl einmalige Gelegenheit, gewachsene städtebauliche Strukturen, eine multiethnische Bevölkerung, eine vitale und enorm expandierende Kunstszene an einem Wochenende zu erleben und zu begreifen.

Dr.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

© Kulturnetzwerk Neukölln e.V. Alle Rechte vorbehalten.