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48 Stunden Neukölln - Eine Betrachtung

48 Stunden Neukölln

von Frank Kirchner

„48 Stunden Neukölln“ klingt wie ein Ultimatum oder gar eine Bedrohung. Was ist hier gemeint?

Ein doppelter 24 Stunden Service oder die Neuauflage des 70er Jahre Hits „48 Crash“ von Suzi Quatro?

Nichts dergleichen, vielmehr 48 Stunden – also 2 volle Tage – Kunst und Kultur in einem sozial schwierigen Umfeld, wo doch Außenstehende eher eine Kulturwüste erwarten.Wer also macht denn so etwas? Nun, ein Haufen Unentwegter schließen sich in einem Kulturnetzwerk zusammen und mobilisieren Potentiale die es scheinbar auch nur hier anzutreffen gibt.

„Neukölln-Nord“ Pseudonym für sozialen Abstieg und Hauptabnehmer für staatliche Transferleistungen vollzieht eine Kehrtwende. Kleinkunst im Großen Stil, über 200 Veranstaltungsorte tun sich auf und geben Einblick in Kreativität und Kulturverständnis der meist hier wohnenden Menschen. Jegliche Möglichkeit sein Schaffen darzustellen wird genutzt. Von Hinterhöfen, Straßenlandschaften, Kleingartenkolonien, Dachböden, Wohnungen bis hin zu einer alten Toilettenanlage am Kanal, wird alles bespielt.

Dabei sind den Künstlern nur wenig Grenzen gesetzt, diese ergeben sich auch nicht aus den Vorgaben der Veranstalter, als vielmehr aus den Auflagen des Ordnungsamtes und anderer staatlicher Institutionen. Gewisse Einschränkungen stören aber keinen wirklich, ist man hier doch erfindungsreich und improvisieren gewohnt. Vom Hermannplatz bis zur Ringbahn, von der Ankerklause bis auf das Gelände des ehem. Flughafens wird gewerkelt, gebastelt, kunstvoll gearbeitet und sich akribisch vorbereitet. Für wen eigentlich? Weder Aufkäufer für Guggenheim, noch Kunstmäzene aus New York oder Mailand sind hier je gesichtet worden.

Vielleicht für sich selbst, bestimmt für die Neuköllner und gewiss für den Bezirk als Ganzes und einer positiven Nachhaltigkeit die länger anhält als 48 Stunden.

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1 Kommentar zu 48 Stunden Neukölln – Eine Betrachtung
  • Robert Dupuis

    48 Stunden Neukölln, 48 Stunden Krach und verschmutzte Gehwege, vollgeschierter Fassaden, ausgetretende Mosaikpflasterung; 48 Stunden wo “Kreative” verkrampft versuchen sich und ihre vermeintliche Kleinkunst darzustellen; 48 Stunden Neukölln wo man als Bewohner zumeist in den Abend-, Nacht- und Morgenstunden besoffene und grölende Kohorten ertragen muss, die sich asozial verhalten; 48 Stunden Neukölln extrem hohes Verkehrsaufkommen in den Nord-Neuköllner Seitenstraßen.
    Warum müssen solche Veranstaltung stets so ablaufen (Krach und Dreck)? Dies führt jedenfalls nicht zu einer erhöhten Wohnqualität, sondern lässt nur die Mieten in den Nord-Neuköllner Bruchbuden stetig steigen!

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